Kategorie «Allgemein»

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Ihre FDP/Piraten                                      

Uwe Münchow / Thomas Bennühr / Ralf Nikolai/ Ralf Stephan Krenke  

Buslinie für Birkenwerder muss 2021 kommen 

FDP/Piraten beantragen Zuschuss durch den Landkreis

Der Landkreis soll sich zu 50 Prozent an den Kosten der Probephase für die neue überregionale Buslinie zwischen Birkenwerder und Hohen Neuendorf beteiligen. Dies fordern FDP und Piraten in ihrem Antrag für die Sitzung am 2.12.2020. Die Kreisverwaltung wird darin beauftragt, die voraussichtlichen Kosten im Haushalt 2021 einzuplanen und für die Haushaltsjahre 2022 und 2023 vorzumerken. 

Schon seit Jahren planen die Gemeinde Birkenwerder sowie die Stadt Hohen Neuendorf eine überregionale Buslinie. Besonders für Birkenwerder und die Anbindung an den S- und Regionalbahnhof ist diese Linie sehr wichtig. Ziel dieser Linie ist die Anbindung mehrerer Schulen, Wohn- und Gewerbegebiete, der Asklepios-Klinik sowie touristischer Naherholungsgebiete an die S-Bahn in Richtung der Kreisstadt Oranienburg beziehungsweise nach Berlin. Immer wieder kam etwas dazwischen. Entweder fehlten Busfahrer, die Linienführung funktionierte nicht oder es fehlte das Geld und der letzte politische Wille. Inzwischen ist viel Zeit ins Land gegangen und der tägliche Verkehrsstau in Birkenwerder erhöht den Handlungsdruck weiter. 

Unsere Fraktion unterstützt die Bemühungen der Gemeinde Birkenwerder sowie der Stadt Hohen Neuendorf für diese Buslinie. Zugleich kritisieren wir, dass sich der Landkreis in den ersten zwei Jahren mit einem einzigen Euro an den Kosten der Erprobungsphase beteiligen will. Mit unserem Antrag wollen wir erreichen, dass sich die Kommunen und der Landkreis die Kosten teilen. Dies würde insbesondere Birkenwerder entlasten.

Lesen Sie zudem das Interview hierzu mit dem Fraktionsvorsitzenden

Interview mit Uwe Münchow

"Farbe bekennen für mehr Mobilität"

Die Fraktion FDP/Piraten hat für die Kreistagssitzung am 2. 
Dezember einen Antrag eingebracht, der Landkreis möge sich mit 50 
Prozent der tatsächlichen Kosten an der Finanzierung der Buslinie 
beteiligen. Unser Fraktionsvorsitzender nimmt hierzu im Interview Stellung.

Frage: Uwe, im Kreistag wollt ihr einen  Zuschuss zur "Birken-Linie", 
der neuen Buslinie, die ab 2021 zwischen Birkenwerder und Hohen 
Neuendorf fahren soll. Warum?

Uwe Münchow: "Die eigentliche Frage müsste lauten: "Warum hat 
Birkenwerders Bahnhof noch keine Busanbindung?" Birkenwerder ist ein 
Verkehrsknotenpunkt. Regionalbahnen und S-Bahnen halten dort, eine 
Autobahn und zwei Bundesstraßen bringen zusätzlichen Verkehr. 
Gleichzeitig soll Birkenwerder zum Regionalbahnhalt für den RE 5 
ausgebaut werden. Im Ort befindet sich ein Krankenhaus, zwei Schulen, 
ein Gewerbegebiet. Es fehlen Stellplätze in Bahnhofsnähe und zu 
Rush-hour-Zeiten steht der Ort still. Daher braucht die Region dringend 
Abhilfe, die Buslinie muss schnell kommen."

Frage: Aber warum soll sich der Landkreis an der Testphase beteiligen?

Uwe Münchow: "Weil es keinen Test braucht. Der Bedarf ist da: Tagein 
tagaus ist er auf den Straßen sichtbar. Birkenwerder kann nichts für den 
überregionalen Verkehr, unter dem der gesamte Ort leidet. Wenn die 
Gemeinde jetzt auch noch mehr oder weniger alleine für eine unnötige 
Pilotphase zahlen soll, ohne die Garantie zu haben, dass die Linie nach 
den zwei Jahren weitergeführt wird, ist das ein enormes wirtschaftliches 
Risiko. Umso mehr schätzt es unsere Fraktion, dass Birkenwerder diese 
Linie parteiübergreifend will. Das zeigt auch, wie groß die Not ist. Da 
darf der Landkreis nicht wegschauen, zumal er selbst profitiert, wenn 
die Linie erfolgreich ist."

Frage: Inwiefern?

Uwe Münchow: "Birkenwerder soll Regionalbahnhalt werden. Das haben alle 
Parteien ihren Wählern versprochen. Damit das geschieht, braucht es 
Investitionen der Bahn. Die investiert aber nur, nachdem in Birkenwerder 
bestimmte Voraussetzungen geschaffen wurden. Eine regelmäßig verkehrende 
Busanbindung an den Bahnhof ist eine solche Voraussetzung. Wer also in 
seinem Wahlprogramm den RE-Halt in Birkenwerder fordert, muss auch "Ja" 
zur Buslinie sagen. Und von dem RE-Halt profitiert nicht nur 
Birkenwerder, sondern die gesamte Region."

Frage: Dennoch galt bislang die Regel, dass die Kommunen erst zwei Jahre 
in Vorleistung treten mussten. Davon würde jetzt abgewichen....

Uwe Münchow: "Das stimmt so nicht. Der Kreistag hat im September 
einstimmig beschlossen, dass sich der Landkreis finanziell an der 
Erprobungsphase der so genannten Tourismuslinie zwischen Oranienburg und 
Kremmen beteiligt. Anderenfalls, so die Meinung des Kreistages, wäre die 
Linie nicht wieder in Gang gekommen. Natürlich ist der Fall in 
Birkenwerder und Hohen Neuendorf anders gelagert. Aber hier ist die 
Notwendigkeit, dass sich der Landkreis beteiligt, aus unserer Sicht noch 
dringlicher."

Frage: Bei der Tourismuslinie ging es um Wirtschaftsförderung. Worum 
geht es FDP und Piraten mit diesem Antrag?

Uwe Münchow: "Der Kreistag hat im November endlich das Mobilitätskonzept 
"Oberhavel 2040" verabschiedet. Fast 200 Seiten Papier. Viele 
Empfehlungen, Wünsche und so weiter. Aber das sind meist 
Absichtserklärungen und liest sich gut: Mehr Radwege, bessere Straßen 
oder gute Busanbindung. Unsere Fraktion sieht in dem Mobilitätskonzept 
einen Gestaltungsauftrag, den wir dem Landkreis gegeben haben: Auch für 
zusätzliche Anreize, vom Auto auf den ÖPNV umzusteigen. Also konkret für 
mehr Busse, insbesondere zur Anbindung an die S-Bahnen. Das habe ich 
bereits bei der Verabschiedung des Mobilitätskonzeptes im Kreistag 
deutlich gemacht. Wer für das Mobilitätskonzept gestimmt hat, kann 
eigentlich nicht anders als diese Buslinie direkt von Anfang an 
unterstützen."

Frage: Die Bürgermeister von Birkenwerder und Hohen Neuendorf haben 
zuletzt mehr Engagement vom Landkreis bei der Finanzierung von Buslinien 
gefordert. Auch die Forderung, der Kreis solle direkt komplett zahlen 
stand im Raum. Wie ist Deine Meinung dazu?

Uwe Münchow: "Wir müssen als Landkreis mehr Geld für Mobilität in die 
Hand nehmen. Das ist keine Frage und logische Konsequenz aus dem 
Mobilitätskonzept. Insofern kann ich die beiden Bürgermeister verstehen. 
Würde der Landkreis alle Buslinien, die sich einzelne Kommunen wünschen, 
voll bezahlen, käme er aber schnell an das Ende seiner 
Handlungsfähigkeit. Wir brauchen also einen Bedarf, der im Einzelfall zu 
prüfen ist. Bei dieser Buslinie ist der Bedarf gegeben. Im Zuschuss von 
50 Prozent sehe ich einen guten Kompromiss, der vor Ort hilft und den 
Landkreis nicht überfordert. Nun bleibt zu hoffen, dass alle Fraktionen 
den Voten ihrer Vertreter vor Ort folgen und im Kreistag für unseren 
Antrag stimmen. Damit die Linie endlich bald starten kann."